Zirkus Bewegt - Die Idee

Junge Artisten im Alter von 18 bis 25 Jahren fahren mit einem Zirkusmobil zu drei bis vier Flüchtlingsheimen und trainieren dort ein bis zweimal wöchentlich mit Kindern verschiedene Disziplinen. Die Flüchtlingskinder machen jede Woche Zirkus und treten im Sommer beim Festival der Kulturen auf.

Wichtig ist die kontinuierliche Arbeit und das strukturierte Training, das Raum für Entfaltung und Austausch bietet. Durch den körperlichen Einsatz erfahren die Kinder ihren Körper, überwinden Grenzen und erleben wieder Freude und Spaß an der Bewegung. Durch die regelmäßigen Angebote werden Beziehungen geknüpft. Zirkus ist keine Einzeldisziplin, sondern immer auf Kooperation und Sensibilität gegründet. Eine Aufführung zum Jahresabschluss schafft ein Erfolgserlebnis und stärkt alle Beteiligten.

Wir wollen jugendlichen Flüchtlingen ein Freizeitangebot zum interkulturellen Austausch bieten. Dies wird durch die vielfältigen Zirkusdisziplinen und unser einfaches Konzept ermöglicht. Gemeinsames Training überwindet Barrieren und erfordert zunächst keine Sprache. Durch körperliche und spielerische Aktionen werden die Jugendlichen gestärkt und haben Spaß, ein Faktor, der uns besonders wichtig bei dieser Zielgruppe ist.

Die sorgfältige Betreuung der Trainer ermöglicht Beziehungsarbeit und ein Zirkus, der zu einer gemeinsamen Sache wird. Die Trainer werden im Umgang mit anderen Kulturen und Lebenslagen geschult.

Multiplikatoren aus Stuttgart – Unterrichten lernen

Jugendliche aus Stuttgart bekommen die Möglichkeit unter professioneller Anleitung differenzierte Erfahrungen im Bereich des Zirkustrainings und der Stundengestaltung zu sammeln. Dadurch soll ihnen Weltoffenheit vermittelt werden, sowie der Umgang mit Jugendlichen anderer Kulturen geschult werden. Durch sorgfältige Anleitung werden die Multiplikatoren geschult, auch Kindern mit traumatischen Kriegserlebnissen gerecht zu werden und diese in ihrem Verarbeitungsprozess durch Zirkusangebote sanft zu unterstützen.

Es geht explizit nicht um Therapie, sondern darum, für die Kinder einen Raum des Spiels, der Körpererfahrung und der Lebensfreude bereit zu stellen und zu gestalten.